En mémoire de
Née Gisler
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Wir danken herzlich für die vielen Zeichen der Anteilnahme und Verbundenheit, die wir beim Abschied unserer lieben Mama Käthy Arnold-Gisler erfahren durften. Ein langes, erfülltes Leben ging zu Ende. Wir bedanken uns von Herzen bei allen, die unserer lieben Mutter im Leben mit Achtung, Wohlwollen und Zuneigung begegnet sind. Danke für die tröstenden Worte, Blumen, Spenden und die wüntevolle Begleitung auf ihrem letzten Weg. Sie bleibt für immer in unserer Erinnerung.
Die Trauerfamilien
Dein Herz hat aufgehört zu schlagen, und Du hast die letzte Seite Deines Lebensbuches geschrieben. Es ist ein dickes Buch geworden. Heute möchten wir uns einige Momente daraus in Erinnerung rufen. Das Buch beginnt mit Deiner Geburt am 31. März 1935. Als sechstes und jüngstes Kind schenkte Deine Mutter Dir das Leben. Mit Deinen drei Schwestern und zwei Brüdern verbrachtes Du eine bescheidene, aber gute Kindheit im Ruckisberg und in der Schroten. Du gingst gerne in die Schule, obwohl es ein langer und in der Winterzeit auch ein harter Schulweg war. Der Weg nach Witterschwanden den hinunter und nach Sprengen wird war manchmal abenteuerlich. Frühmorgens bei viel Schnee wurde schon mal ein Stock zwischen die Boten geklemmt und hinuntergesauet. Das war zwar viel leichter als zu Fuss, aber es dauerte manchmal bis zur Pause, bis der dicke Wolfrock aufgetaut war. Schon als Kind hast Du unseren Daddy, «dr. Judermartä Sepp», kennengelernt, da Ihr zeitweise im gleichen Haus in der Schroten gewohnt habt. Am Stellungstag hat er Dich zum Tanz aufgefordert. Es dauerte aber dann doch noch einige Jahre, bis Ihr im Mai 1961 den Bund der Ehe geschlossen habt. Im Sommer gründetes Du und Daddy eine Familie, und Du schenktest Bernadette, Edith und Willi das Leben. Du es mit drei Kindern in der kleinen 3-Zimmer-Wohnung bald zu eng wurde, konntet ihr 1967 ein Grundstück in der Sychermatte Luzia. Zwei Jahre später, im Spätherbst, war es dann so weit, und wir konnten in der Sproch matt einziehen. Im März darauf hast Du Hassaeli, Dein viertes Kind, geboren. Viel Zeit, Arbeit und Herzblut habt Ihr in Euer Haus investiert, und es wäre noch viel davon nötig gewesen, denn es war nur die Wohnung fertiggestellt. Doch es kam andere. Nur ein Jahr später veränderte sich das Leben von uns komplett. Am 13. Oktober 1970 kam unser Daddy mit gerade mal 38 Jahren durch einen tragischen Arbeitsunfall ums Leben. Von einem Tag auf den anderen warst Du mit uns vier kleinen Kindern allein. Wir älteren Kinder werden uns wohl immer an diesen 15. Oktober erinnern. Hanssels war erst sieben Monate alt. Wir können nur bedinen, wie viel Kraft Dich das kostete. Ab jetzt lautete die ganze Verantwortung, unsere Erziehung, die Fertigstellung des Hauses und noch ganz viel mehr auf Dir. Das Wohl von uns Kindern war Dir das Wichtigste, und Du hast mit grossem Herzen, viel Verständnis und Toleranz uns allen gute und bedenständige Werte vermittelt. Zu wie viel Grösse und Einfühlungsvermögen Du fähig warst, hast Du bewiesen, als Du das Gespräch mit dem Mann suchtest, der Daddys Unfall verursacht hatte. Du hast ihn ermutigt, zur Beerdigung zu kommen, und ihm so ganz bestimmt eine grosse Last abgenommen. Noch einige Jahre danach hatten wir Kontakt mit dieser Familie. Das Leben musste weitergehen, und Du hast Dich nach und nach mit anderen Frauen mit gleichmitschicksal getroffen. So ist Euer «Wohnsauschild» entstanden mit Jassabenden zu Hause. Wir haben diese Abende jeweils sehr genossen, da es immer Orangina, Elmar, Citro oder Sinalco gab und wir liegen aufbleiben durften. Mit Alchacho Hermix, das auch im «Clübli» war, und ihren Kindern haben wir oft kleine Ausflüge und Wanderungen gemacht. Eine führe uns ins Sulztal. Mama wollte uns allen zeigen, wo sie als Schulmädchen im Sommer ganz allein Rinder hüten musste. An diesem Sonntag ist die Idee entstanden, ein Mütli zusammen zu kaufen. Wir waren natürlich alle hell begeistert. War das ein Erlebnis für uns. Zu dieser Zeit organisierte man nicht schnell einen Helikopter für das Material. Nein, nein, wir schleppten alles hoch. Tieche, Stühle, Sofa, Kochherd, Holz für den Innenausbau, Blech für das Dach, einfach alles. Manchmal sind wir alle am Wegesrand gewesen, haben nur noch völlig ein kräftet gelacht, weil wieder mal etwas von der «Gabrie» gefallen war und wir wieder neu aufladen mussten. Unzählige lustige Fests haben wir im Sulztal gefeiert. Auf vielen Seiten in Deinem Lebensbuch sind schöne Wanderungen in Deinen geliebten Schächentaler Bergen aufgeschrieben. Dabei sind als Ausdruck Deiner Freude und Zufriedenheit doch viele «Juchzer» durch die Berge gehalt. Wir als Jugendliche waren alles andere als erfreut darüber. Ganz ehrlich, liebe Mama, wir schämten uns damals schon etwas. Die Jahre vergingen, wir zogen eins ums andere aus und gründeten unsere eigenen Familien. Doch immer bist Du ein Teil von uns geblieben und hast uns mit Deiner Güte und Hilfe begleitet, bist eingeuprungen, wenn es vonnöten war, hast uns Wäsche gebügelt, geflickt, im Garten gehalten. Mit allen Kindern und Grosskindern durftest Du viele schöne Ausflüge machen, vom Urnerboden über Zermatt bis in den Euro papark. Aber Dein klarer Favorit war der Klausen. Viele Mehrfahrtenkärli brauchtest Du, um Dein «Käfli» mit Niesqiphl auf dem Klausen genießen zu können. So warteten sogar die Postautochauf feure, die Dich alle persönlich kannten, auf Dich, weil Du öfters mal sehr knapp dran warst. Da Du es all werden durftest, blieben Dir auch traurige Abschiede von lieb gewordenen Menschen, besonders von all Deinen Geschwistern, nicht erspart. Das war für Dich hart, und Du hast unter dem Alleinsein zusehends gelitten. Wir konnten Dir diese Verluste nicht ersetzen. Nach einigen gesundheitlichen Schwierigkeiten und einem Spitalaufenthalt bist Du vor zehn Jahren in den «Gosmergartä» gezogen. Dort bist Du zur Ruhe gekommen, warst nicht mehr allein und hast in den ersten Jahren rege an den Aktivitäten teilgenommen. Als Du dann ein Einzelzimmer beziehen konntest – mit Blick ins ja, genau, ins Schächental – warst Du sehr glücklich. Bis vor weniger Wochen hast Du immer gesagt, wie Du es geniesst und dass Du alles hast, was Du brauchst. Nach einem Streifschlag durftest Du in den frühen Morgenstunden des Muttertages Deine Augen für immer schliessen. Dein Lebensbuch ist nun vollendet und die letzte Seite geschrieben. Wir sind dankbar, ein grosser Teil dieses Inhalts gewesen zu sein. Immer wieder werden wir «Joch Kathps» Lebensbuch öffnen und in lieben Erinnerungen an Dich denken.
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Wir danken herzlich für die vielen Zeichen der Anteilnahme und Verbundenheit, die wir beim Abschied unserer lieben Mama Käthy Arnold-Gisler erfahren durften. Ein langes, erfülltes Leben ging zu Ende. Wir bedanken uns von Herzen bei allen, die unserer lieben Mutter im Leben mit Achtung, Wohlwollen und Zuneigung begegnet sind. Danke für die tröstenden Worte, Blumen, Spenden und die wüntevolle Begleitung auf ihrem letzten Weg. Sie bleibt für immer in unserer Erinnerung.
Die Trauerfamilien
Dein Herz hat aufgehört zu schlagen, und Du hast die letzte Seite Deines Lebensbuches geschrieben. Es ist ein dickes Buch geworden. Heute möchten wir uns einige Momente daraus in Erinnerung rufen. Das Buch beginnt mit Deiner Geburt am 31. März 1935. Als sechstes und jüngstes Kind schenkte Deine Mutter Dir das Leben. Mit Deinen drei Schwestern und zwei Brüdern verbrachtes Du eine bescheidene, aber gute Kindheit im Ruckisberg und in der Schroten. Du gingst gerne in die Schule, obwohl es ein langer und in der Winterzeit auch ein harter Schulweg war. Der Weg nach Witterschwanden den hinunter und nach Sprengen wird war manchmal abenteuerlich. Frühmorgens bei viel Schnee wurde schon mal ein Stock zwischen die Boten geklemmt und hinuntergesauet. Das war zwar viel leichter als zu Fuss, aber es dauerte manchmal bis zur Pause, bis der dicke Wolfrock aufgetaut war. Schon als Kind hast Du unseren Daddy, «dr. Judermartä Sepp», kennengelernt, da Ihr zeitweise im gleichen Haus in der Schroten gewohnt habt. Am Stellungstag hat er Dich zum Tanz aufgefordert. Es dauerte aber dann doch noch einige Jahre, bis Ihr im Mai 1961 den Bund der Ehe geschlossen habt. Im Sommer gründetes Du und Daddy eine Familie, und Du schenktest Bernadette, Edith und Willi das Leben. Du es mit drei Kindern in der kleinen 3-Zimmer-Wohnung bald zu eng wurde, konntet ihr 1967 ein Grundstück in der Sychermatte Luzia. Zwei Jahre später, im Spätherbst, war es dann so weit, und wir konnten in der Sproch matt einziehen. Im März darauf hast Du Hassaeli, Dein viertes Kind, geboren. Viel Zeit, Arbeit und Herzblut habt Ihr in Euer Haus investiert, und es wäre noch viel davon nötig gewesen, denn es war nur die Wohnung fertiggestellt. Doch es kam andere. Nur ein Jahr später veränderte sich das Leben von uns komplett. Am 13. Oktober 1970 kam unser Daddy mit gerade mal 38 Jahren durch einen tragischen Arbeitsunfall ums Leben. Von einem Tag auf den anderen warst Du mit uns vier kleinen Kindern allein. Wir älteren Kinder werden uns wohl immer an diesen 15. Oktober erinnern. Hanssels war erst sieben Monate alt. Wir können nur bedinen, wie viel Kraft Dich das kostete. Ab jetzt lautete die ganze Verantwortung, unsere Erziehung, die Fertigstellung des Hauses und noch ganz viel mehr auf Dir. Das Wohl von uns Kindern war Dir das Wichtigste, und Du hast mit grossem Herzen, viel Verständnis und Toleranz uns allen gute und bedenständige Werte vermittelt. Zu wie viel Grösse und Einfühlungsvermögen Du fähig warst, hast Du bewiesen, als Du das Gespräch mit dem Mann suchtest, der Daddys Unfall verursacht hatte. Du hast ihn ermutigt, zur Beerdigung zu kommen, und ihm so ganz bestimmt eine grosse Last abgenommen. Noch einige Jahre danach hatten wir Kontakt mit dieser Familie. Das Leben musste weitergehen, und Du hast Dich nach und nach mit anderen Frauen mit gleichmitschicksal getroffen. So ist Euer «Wohnsauschild» entstanden mit Jassabenden zu Hause. Wir haben diese Abende jeweils sehr genossen, da es immer Orangina, Elmar, Citro oder Sinalco gab und wir liegen aufbleiben durften. Mit Alchacho Hermix, das auch im «Clübli» war, und ihren Kindern haben wir oft kleine Ausflüge und Wanderungen gemacht. Eine führe uns ins Sulztal. Mama wollte uns allen zeigen, wo sie als Schulmädchen im Sommer ganz allein Rinder hüten musste. An diesem Sonntag ist die Idee entstanden, ein Mütli zusammen zu kaufen. Wir waren natürlich alle hell begeistert. War das ein Erlebnis für uns. Zu dieser Zeit organisierte man nicht schnell einen Helikopter für das Material. Nein, nein, wir schleppten alles hoch. Tieche, Stühle, Sofa, Kochherd, Holz für den Innenausbau, Blech für das Dach, einfach alles. Manchmal sind wir alle am Wegesrand gewesen, haben nur noch völlig ein kräftet gelacht, weil wieder mal etwas von der «Gabrie» gefallen war und wir wieder neu aufladen mussten. Unzählige lustige Fests haben wir im Sulztal gefeiert. Auf vielen Seiten in Deinem Lebensbuch sind schöne Wanderungen in Deinen geliebten Schächentaler Bergen aufgeschrieben. Dabei sind als Ausdruck Deiner Freude und Zufriedenheit doch viele «Juchzer» durch die Berge gehalt. Wir als Jugendliche waren alles andere als erfreut darüber. Ganz ehrlich, liebe Mama, wir schämten uns damals schon etwas. Die Jahre vergingen, wir zogen eins ums andere aus und gründeten unsere eigenen Familien. Doch immer bist Du ein Teil von uns geblieben und hast uns mit Deiner Güte und Hilfe begleitet, bist eingeuprungen, wenn es vonnöten war, hast uns Wäsche gebügelt, geflickt, im Garten gehalten. Mit allen Kindern und Grosskindern durftest Du viele schöne Ausflüge machen, vom Urnerboden über Zermatt bis in den Euro papark. Aber Dein klarer Favorit war der Klausen. Viele Mehrfahrtenkärli brauchtest Du, um Dein «Käfli» mit Niesqiphl auf dem Klausen genießen zu können. So warteten sogar die Postautochauf feure, die Dich alle persönlich kannten, auf Dich, weil Du öfters mal sehr knapp dran warst. Da Du es all werden durftest, blieben Dir auch traurige Abschiede von lieb gewordenen Menschen, besonders von all Deinen Geschwistern, nicht erspart. Das war für Dich hart, und Du hast unter dem Alleinsein zusehends gelitten. Wir konnten Dir diese Verluste nicht ersetzen. Nach einigen gesundheitlichen Schwierigkeiten und einem Spitalaufenthalt bist Du vor zehn Jahren in den «Gosmergartä» gezogen. Dort bist Du zur Ruhe gekommen, warst nicht mehr allein und hast in den ersten Jahren rege an den Aktivitäten teilgenommen. Als Du dann ein Einzelzimmer beziehen konntest – mit Blick ins ja, genau, ins Schächental – warst Du sehr glücklich. Bis vor weniger Wochen hast Du immer gesagt, wie Du es geniesst und dass Du alles hast, was Du brauchst. Nach einem Streifschlag durftest Du in den frühen Morgenstunden des Muttertages Deine Augen für immer schliessen. Dein Lebensbuch ist nun vollendet und die letzte Seite geschrieben. Wir sind dankbar, ein grosser Teil dieses Inhalts gewesen zu sein. Immer wieder werden wir «Joch Kathps» Lebensbuch öffnen und in lieben Erinnerungen an Dich denken.