Schritt 1 · Die ersten Tage
Sie suchen den richtigen Satz und finden ihn nicht. Das ist normal, und es ist nicht schlimm: eine kurze, ehrliche Nachricht ist mehr wert als eine schöne Formel. Hier finden Sie Texte zum direkten Übernehmen, die Gepflogenheiten in der Deutschschweiz, und was Sie besser vermeiden.
Aktualisiert am 12. August 2026Lesezeit 9 Minuten
Praktische Information, keine Vorschriften
Was hier steht, sind Gepflogenheiten der Deutschschweiz, keine Regeln. Sie wechseln von Region zu Region und von Konfession zu Konfession, und richtig ist am Ende, was zur Familie passt. Verbindlich ist einzig, was in der Todesanzeige steht, etwa «anstelle von Blumen» oder eine Abdankung im engsten Familienkreis. Im Zweifel fragen Sie beim Bestattungsinstitut oder bei der Kirchgemeinde nach.
Die Angst, etwas Falsches zu sagen, bringt viele Menschen dazu, gar nichts zu sagen. Das ist der einzige echte Fehler. Trauernde Familien erinnern sich selten an die genauen Worte, die man ihnen geschrieben hat. Sie erinnern sich daran, wer geschrieben hat.
Drei Grundsätze genügen. Nennen Sie die verstorbene Person beim Vornamen, statt «Ihr Verstorbener» zu schreiben. Sagen Sie etwas Wahres, und sei es noch so klein; ein schöner Allgemeinsatz trägt weniger weit. Und bieten Sie konkrete Hilfe an, oder gar keine: «Ich komme am Donnerstag mit einer Suppe vorbei» hilft, «melde dich, wenn du etwas brauchst» hilft niemandem, weil sich niemand zu melden traut.
Zwölf Nachrichten, die Sie so übernehmen können. Sie funktionieren per SMS, per WhatsApp, im Online-Kondolenzbuch oder auf einer kleinen Karte. Tippen Sie auf «Kopieren» und passen Sie den Vornamen an.
Universell
Ich denke fest an Sie und Ihre Familie. Mein herzliches Beileid.
Einfach und ehrlich
Ich habe vom Tod von Maria erfahren. Mir fehlen die Worte, aber ich bin da.
Klassische Formel
Wir nehmen Anteil an Ihrer Trauer, von ganzem Herzen.
Zurückhaltend
In stiller Anteilnahme. Wir sind in Gedanken bei Ihnen.
Persönlich
Ich erinnere mich an sein Lachen. Er wird uns fehlen.
Schlicht
Meine Gedanken sind bei Ihnen und Ihren Kindern.
Ehrlich
Ich weiss nicht, was ich schreiben soll. Darum sage ich dir einfach, dass ich bei dir bin.
Konkrete Hilfe
Ich komme am Samstag vorbei, ohne etwas von dir zu erwarten. Sag mir nur die Zeit.
Klassisch
Herzliches Beileid der ganzen Familie. Wir teilen Ihren Schmerz.
Herzlich
Ein Gedanke für Paul, und viel Wärme für Sie alle.
Tröstend
Was bleibt, ist die Erinnerung. Und die nimmt uns niemand.
Bewährt
Wir trauern mit Ihnen und wünschen Ihnen viel Kraft in dieser schweren Zeit.
Ein Trauerspruch rahmt Ihre eigenen Worte ein, er ersetzt sie nicht. Auf der Karte steht er meist oben oder als Abschluss, und darunter folgen zwei, drei persönliche Sätze. Wählen Sie nach der verstorbenen Person, nicht nach Ihrem eigenen Geschmack: ein religiöser Spruch für einen Menschen, der mit der Kirche nichts anfangen konnte, wirkt fremd.
Klassisch. Diese beiden Sätze stehen seit Generationen auf Trauerkarten.
Klassisch
Das Schönste, was ein Mensch hinterlassen kann, ist ein Lächeln im Gesicht derjenigen, die an ihn denken.
Klassisch
Wenn ihr an mich denkt, seid nicht traurig. Erzählt lieber von mir und traut euch ruhig zu lachen.
Modern und weltlich. Ohne religiösen Bezug, näher an der gesprochenen Sprache.
Weltlich
Ein Mensch ist erst dann vergessen, wenn niemand mehr seinen Namen sagt. Wir werden ihn oft sagen.
Weltlich
Manche Menschen hinterlassen Spuren, die kein Wind verweht.
Modern
Die Lücke, die du hinterlässt, füllen wir mit Erinnerungen.
Religiös. Zwei Bibelstellen mit Quellenangabe und eine gebräuchliche Abschiedsformel.
Religiös
Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Psalm 23.
Religiös
Wir geben dich in Gottes Hand zurück, aus der wir dich empfangen haben.
Religiös
Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. Offenbarung 21,4.
Der Ton ändert weniger als die Länge. Je näher die Beziehung, desto kürzer darf die Nachricht sein: unter Nahestehenden genügt ein Satz. Je beruflicher die Beziehung, desto mehr zählt die Form.
An ein enges Familienmitglied. Sie müssen keine Sätze drechseln. Was zählt, ist Präsenz und Konkretes: ein Datum, eine Fahrt, ein Essen, die Kinderbetreuung.
Familie
Ich bin da, für alles, zu jeder Zeit. Ich rufe dich morgen früh an.
Familie
Wir übernehmen die Kinder am Mittwoch und Donnerstag, das ist organisiert. Ruh dich aus.
An einen Freund oder eine Freundin. Jetzt ist der Moment, in dem eine konkrete Erinnerung mehr wert ist als alle Beileidsformeln. Erzählen Sie eine Szene, auch eine ganz alltägliche.
Freundschaft
Ich denke an unsere Sommer in der Hütte mit deinem Vater. Er hat mir das Feuermachen beigebracht. Ich denke an dich.
Freundschaft
Du musst nicht antworten. Ich wollte nur, dass du weisst, dass ich diese Tage an dich denke.
An Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen. Bleiben Sie menschlich, ohne ins Private einzudringen, und sprechen Sie nicht über die Arbeit. Kein Wort zu Pendenzen, Stellvertretungen oder dem Wiedereinstieg.
Arbeit
Das ganze Team spricht Ihnen sein herzliches Beileid aus. Lassen Sie sich alle Zeit, die Sie brauchen.
Arbeit
Ich habe von Ihrem Verlust erfahren und möchte Ihnen mein aufrichtiges Beileid aussprechen. Meine Gedanken sind bei Ihnen.
An Nachbarn. Die Nähe erlaubt eine Hilfe, die sofort ankommt und meist mehr wert ist als eine lange Nachricht.
Nachbarschaft
Wir haben Ihren Mann sehr geschätzt, sein Gruss im Treppenhaus wird uns fehlen. Herzliches Beileid von uns allen.
Nachbarschaft
Wenn Sie einmal etwas brauchen, einen Einkauf, eine Fahrt: klingeln Sie einfach. Wir sind nebenan.
An Geschäftspartner. Halten Sie es kurz und schreiben Sie im Namen des Unternehmens, ohne Logo und ohne ein Wort zum laufenden Auftrag.
Geschäftlich
Mit grosser Betroffenheit haben wir vom Tod von Herrn Weber erfahren. Wir sprechen Ihnen und Ihrer Familie unser aufrichtiges Beileid aus.
Geschäftlich
Im Namen unseres ganzen Unternehmens: unser tief empfundenes Beileid. Wir haben die Zusammenarbeit mit Frau Keller stets als Geschenk empfunden.
Die Karte ist der Ort für das, was länger bleiben darf als eine SMS. Eine schlichte weisse oder cremefarbene Karte genügt, mit Ihrem Namen und, wenn Sie mögen, einem Trauerspruch. Drei bis sechs handgeschriebene Sätze sind eine gute Länge: der Anlass, ein wahrer Satz über die verstorbene Person, ein Gedanke für die Familie.
Zum Zeitpunkt: die Karte sollte innerhalb der ersten zwei Wochen ankommen. Vor der Abdankung ist ideal, aber später ist besser als nie. Auch einen Monat danach ist eine Karte willkommen, gerade dann, wenn die erste Welle der Anteilnahme abgeebbt ist und es still wird.
Noch ein Wort zur Unterscheidung, die in der Schweiz häufig verwechselt wird: die Kondolenz kommt von Ihnen, sofort nach dem Todesfall. Die Danksagung kommt später von der Familie, oft einige Wochen nach der Abdankung, als Karte oder als Anzeige. Sie müssen auf eine Danksagung nicht erneut antworten.
Wenn Sie selbst trauern und Beileid erhalten: nein, nicht sofort, und nicht einzeln. Niemand erwartet in den ersten Wochen eine Antwort. Die übliche Form ist die gesammelte Danksagung an alle, per Karte oder als Danksagungsanzeige. Eine kurze persönliche Antwort an einzelne Menschen, die Ihnen besonders nahe stehen, ist schön, aber keine Pflicht.
Wenn Sie kondoliert haben und keine Antwort erhalten: werten Sie das nicht. Die Familie hat in diesen Wochen anderes zu tragen. Ihre Nachricht ist angekommen.
Die erste und einzige wirklich zwingende Regel: steht in der Todesanzeige «anstelle von Blumen», halten Sie sich daran. Es ist ein ausdrücklicher Wunsch der Familie, meist verbunden mit einem Spendenvorschlag. Trotzdem Blumen zu schicken, bringt die Familie in Verlegenheit.
In allen anderen Fällen lohnt es sich, das Vokabular zu kennen, denn es bestimmt die Bestellung.
Der Trauerkranz
Das Trauergesteck
Der Sargschmuck
Der Trauerstrauss
Drei praktische Punkte. Trauerblumen werden ans Bestattungsinstitut oder an den Ort der Abdankung geliefert, nicht an die Privatadresse der Familie, und zwar mindestens zwei Stunden vor Beginn. Legen Sie immer eine Karte mit Ihrem Namen bei, sonst weiss die Familie nicht, von wem die Blumen kommen, und kann sich nicht bedanken. Und versuchen Sie nicht, grösser zu sein als die anderen: bei Trauerblumen liegt die Zurückhaltung immer richtig.
Bleibt die Frage, wo man bestellt. Ein Blumengeschäft am Ort der Abdankung kennt die Friedhöfe und die Institute und liefert termingerecht. Das Bestattungsinstitut nimmt Bestellungen ebenfalls entgegen und stimmt die Komposition mit dem übrigen Schmuck ab. Auf einem Teil der Todesanzeigen von Funere lässt sich die Blume direkt von der Seite der verstorbenen Person aus bestellen.
Der Brauch verbreitet sich in der Schweiz schnell. Statt Blumen, die nach einer Woche verwelken, bittet die Familie darum, eine Sache zu unterstützen, die der verstorbenen Person wichtig war: eine Patientenorganisation, eine lokale Stiftung, ein Palliativdienst, ein Dorfverein.
Das Vorgehen ist einfach. Die Todesanzeige nennt die Organisation und ihre Kontoangaben. Sie überweisen den Betrag, den Sie möchten, ohne dass jemand die Summe erfährt: in der Schweizer Praxis teilt die Organisation der Familie die Liste der Spendenden mit, fast immer ohne Beträge. Schreiben Sie in die Mitteilung «im Gedenken an», gefolgt vom Namen der verstorbenen Person, damit die Zuordnung gelingt.
Zwei Fragen kommen immer wieder. Wie viel spenden: der Gegenwert dessen, was Sie für Blumen ausgegeben hätten, ist ein vernünftiger Anhaltspunkt, und niemand kontrolliert es. Kann man beides tun: ja, aber wenn die Familie «anstelle von Blumen» geschrieben hat, ist die Spende die richtige Geste und die Blumen bleiben weg.
Diese Seite gibt praktische Hinweise zu den Gepflogenheiten in der Deutschschweiz; sie können von Region zu Region und von Konfession zu Konfession abweichen. Die Preise der Trauerfloristik sind Grössenordnungen und hängen vom Blumengeschäft, von der Jahreszeit und von der Grösse ab. Diese Seite ist eine praktische Information und keine Rechtsberatung.