Schritt 1 · Die ersten Tage
Für viele Familien ist es der erste Text, den sie gemeinsam schreiben, und einer der schwersten. Die gute Nachricht: die Todesanzeige folgt in der Deutschschweiz einem festen Aufbau. Wer ihn kennt, muss nur noch ein paar Wörter wählen.
Aktualisiert am 12. August 2026Lesezeit 8 Minuten
Praktische Information, keine Vorschriften
Keine gesetzliche Regel schreibt vor, was in einer Todesanzeige steht: was hier beschrieben wird, sind Gepflogenheiten der Deutschschweiz. Bedenken Sie nur, dass die Anzeige öffentlich ist und es bleibt. Wer namentlich genannt wird, sollte davon wissen, und die Traueradresse steht danach im Netz. Fristen, Formate und Ansätze erfragen Sie beim Blatt oder beim Bestattungsinstitut.
Der Aufbau hat sich seit Jahrzehnten kaum verändert. Das kommt Ihnen zugute: wer die Anzeige liest, sucht meist eine einzige Angabe, Ort und Zeit der Abdankung, und weiss im Voraus, an welcher Stelle sie steht.
Ein Wort zur Bezeichnung: in der Schweiz heisst der veröffentlichte Text fast durchwegs Todesanzeige. Traueranzeige meint dasselbe und ist vor allem in Deutschland gebräuchlich.
Ein Satz, der den Ton setzt, kirchlich oder weltlich, und der sagt, wer den Todesfall mitteilt.
Vorname und Name, bei verheirateten Frauen oft mit dem Ledignamen, dazu Geburts- und Todesdatum. Manche Familien schreiben nur die beiden Jahreszahlen, andere nennen das Alter.
Ehegatte, Kinder mit ihren Partnerinnen und Partnern, Grosskinder, Geschwister. Den Schluss macht meist die Zeile «Verwandte und Bekannte» oder die Unterschrift «Die Trauerfamilie».
Ort, Datum, Uhrzeit und die Art der Feier. Findet sie im engsten Familienkreis statt, steht das hier, damit niemand vergeblich anreist.
Die Adresse, an die Karten und Nachrichten gehen. Oft ist es die Adresse eines Kindes, weil die Wohnung der verstorbenen Person bald geräumt wird.
«Anstelle von Blumen» mit dem Konto der begünstigten Organisation, die Bitte um stille Anteilnahme, oder der Vermerk, dass keine Leidzirkulare versandt werden.
An das Pflegepersonal, an das Heim, an die Spitex, an die Nachbarschaft. In der Deutschschweiz sehr verbreitet, und die genannten Menschen lesen es tatsächlich.
Ein Vers, eine Bibelstelle, ein Satz der verstorbenen Person. In der Schweiz steht er meist zuoberst, über der Einleitungsformel. Einer genügt, sonst wird die Anzeige schwer.
Zwei praktische Regeln. Lassen Sie die Liste der Angehörigen von drei verschiedenen Personen gegenlesen: ein vergessener Vorname in einer Patchworkfamilie wird noch Jahre später erzählt. Und prüfen Sie Datum, Uhrzeit und Ort der Abdankung ein zweites Mal, denn das ist die Angabe, die alle brauchen.
Die gebräuchlichen Wendungen sind seit Generationen dieselben. Sie dürfen zwischen einem kirchlichen und einem weltlichen Ton wählen oder ganz eigene Worte finden. Keine Fassung ist korrekter als die andere.
Kirchliche Einleitung
Weltliche Einleitung
Der Todesfall selbst
Schlusszeilen
Für den Trauerspruch gilt eine einzige Regel. Wählen Sie ihn nach der verstorbenen Person: ein religiöser Vers für jemanden, der mit der Kirche nichts anfangen konnte, wirkt fremd. Eine Auswahl klassischer, moderner, weltlicher und religiöser Sprüche steht in Kondolenz: Trauersprüche und Beileidstexte.
Zur Länge: sechzig bis hundertfünfzig Wörter reichen in den allermeisten Fällen. Eine zu lange Anzeige liest sich schlecht, und die Zeitungen verrechnen nach Fläche.
Drei Register, die Sie so übernehmen können. Tippen Sie auf «Kopieren» und ersetzen Sie die unterstrichenen Stellen.
Beispiel 1 · Klassisch, mit kirchlicher Abdankung
Das verbreitetste Register, für einen älteren Menschen im Kreis seiner Familie.
In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von
Vorname Name
geboren am Datum, gestorben am Datum
Nach langer Krankheit durfte er im 88. Lebensjahr friedlich einschlafen.
In stiller Trauer:
Ehefrau, Vorname
Kinder mit ihren Partnerinnen und Partnern
Grosskinder
Verwandte und Bekannte
Die Abdankung findet am Wochentag, Datum, um Uhrzeit in der Kirche, Ort statt. Die Urnenbeisetzung erfolgt im engsten Familienkreis.
Traueradresse: Name und Adresse
Herzlichen Dank dem Pflegepersonal von Heim oder Spitex für die liebevolle Begleitung.
Passen Sie die Anrede und die Reihenfolge der Angehörigen an Ihre Familie an. Steht der Termin der Abdankung noch nicht fest, genügt der Hinweis, dass Ort und Zeit später bekannt gegeben werden.
Beispiel 2 · Weltlich und knapp, Abdankung im engsten Familienkreis
Wenn die Familie für sich bleiben möchte und eine Spende statt Blumen vorschlägt.
Traurig nehmen wir Abschied von
Vorname Name, geb. Ledigname
geboren 1948, gestorben am Datum
Sie ist in Ort im Kreis ihrer Familie eingeschlafen.
Ihrem Wunsch entsprechend hat die Abdankung im engsten Familienkreis stattgefunden.
Anstelle von Blumen gedenke man Name der Organisation, IBAN IBAN, Vermerk «im Gedenken an Vorname».
Ihre Kinder und Grosskinder danken allen, die sie auf ihrem Weg begleitet haben.
Traueradresse: Name und Adresse
Fragen Sie die Organisation nach der genauen Formulierung und nach dem Konto, das sie für Gedenkspenden angibt.
Beispiel 3 · Persönlich, bei einem plötzlichen Tod
Direkterer Ton, oft gewählt für einen jungen Menschen oder nach einem Unfall.
Völlig unerwartet mussten wir Abschied nehmen von
Vorname Name
geboren am Datum, gestorben am Datum
Wir verabschieden uns von ihm am Wochentag, Datum, um Uhrzeit in Ort, so schlicht, wie er es gemocht hätte.
Wer mag, kommt in einer Farbe, die er gern hatte.
Seine Familie und seine Freunde
Traueradresse: Name und Adresse
Die traditionellen Formeln sind keine Pflicht. Die Todesanzeige gehört der Familie, und die Zeitungen setzen auch einen frei geschriebenen Text.
Im Alltag gehen die drei Begriffe durcheinander, die Unterscheidung ist trotzdem nützlich. Die Todesanzeige ist ein veröffentlichter Text für eine ganze Gemeinschaft: das Dorf, die früheren Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen, entferntere Bekannte. Das Leidzirkular ist die gedruckte Karte, die per Post an einen engeren Kreis geht, mit demselben Text oder einer persönlicheren Fassung. Das Wort kennt nur die Schweiz.
Viele Familien verschicken vor der Abdankung heute kein Leidzirkular mehr, weil die Zeit fehlt. Die Nächsten erfahren es am Telefon und per Nachricht, den Rest übernimmt die veröffentlichte Anzeige. Auf vielen Todesanzeigen steht deshalb die Zeile «Es werden keine Leidzirkulare versandt».
Gedruckte Post kommt dafür einige Wochen später zurück, als Danksagung an alle, die geschrieben, Blumen geschickt oder gespendet haben. Sie erscheint als Karte oder als Anzeige in derselben Zeitung. Drei Zeilen genügen, und auf den Zeitpunkt kommt es nicht an.
Beschreiben Sie, was Sie drucken lassen möchten, Leidzirkulare, Danksagungskarten oder Karten für die Abdankung, und in welcher Auflage. Wir leiten Ihre Anfrage an eine Druckerei weiter, die sich mit einer Offerte bei Ihnen meldet. Ohne Verpflichtung.
Bestimmte Anfragen werden an kommerzielle Partner von Funere weitergeleitet. Wir können vergütet werden, wenn eine Vermittlung zustande kommt, was am Preis für Sie nichts ändert. Vergleichen Sie vor einer Beauftragung immer mehrere Offerten.
Das Bestattungsinstitut bietet den Druck in der Regel ebenfalls an. Verlangen Sie beide Male eine Offerte Posten für Posten, bevor Sie bestellen. Mehr dazu in Beerdigung: Ablauf, Kosten und wie man wählt.
Vor einer Trauergemeinde zu sprechen, ausgerechnet an dem Tag, an dem man am wenigsten dazu fähig ist, ist eine Zumutung. Es ist auch das, woran sich viele Familien später am liebsten erinnern. Ein einfacher Aufbau hilft enorm. Je nach Region heisst die Rede Trauerrede oder Grabrede, gemeint ist dasselbe.
Ein Satz genügt. Die halbe Kirche kennt Sie nicht und fragt sich, wer da vorne steht.
Lassen Sie den Lebenslauf weg. Erzählen Sie einen Satz, den sie ständig wiederholte, eine Marotte, einen bestimmten Sonntagmorgen. Das Konkrete berührt, allgemeine Eigenschaften gleiten ab.
Eine einzige Sache. Was Sie heute anders machen, weil Sie ihn gekannt haben.
Zwei Sätze an die verstorbene Person selbst schliessen die Rede. Genau daran erinnern sich die Anwesenden.
Sechs praktische Hinweise, die mehr wert sind als der Text selbst:
Steht der Text, bleibt die Verbreitung. Für die Zeitungen übernimmt das in der Regel das Bestattungsinstitut. Verrechnet wird nach Fläche, und hier kosten ein paar Zeilen zu viel wirklich Geld: fragen Sie den Ansatz vor dem Aufgeben und lassen Sie ihn in der Offerte Posten für Posten ausweisen. Klären Sie zugleich den Annahmeschluss des Blattes, sobald Datum und Zeit der Abdankung feststehen.
Die Veröffentlichung im Internet kennt diese Beschränkung nicht. Die Seite bleibt bestehen, sie lässt sich weiterschicken, und wer den Namen später sucht, findet sie auch in einem Jahr noch.
Die beschriebenen Gepflogenheiten sind jene der Deutschschweiz; sie können von Region zu Region und von Konfession zu Konfession abweichen. Keine gesetzliche Regel schreibt die Form einer Todesanzeige vor: die Beispiele auf dieser Seite sind Ausgangspunkte, die Sie frei anpassen. Die Ansätze der Zeitungen und die Preise für den Druck erfragen Sie beim Blatt, bei der Druckerei oder beim Bestattungsinstitut. Diese Seite ist eine praktische Information und keine Rechtsberatung.