Im Gedenken an

Kaspar Schuler-Stadler

72 Jahre · 30 November 1953 — 19 Mai 2026 · Seedorf UR, Uri

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Spuren im Schnee vergehen. Spuren im Herzen bleiben für immer.

«Kaspi» Schuler wurde am 30. November 1953 geboren. Er wuchs gemeinsam mit seinen Eltern Kaspar und Margritik sowie seinen Brüdern Edi, Markus und seiner Schwester Marita in einer liebevollen, herzlichen Familie in Altdorf auf. In diesem Umfeld entwickelte Kaspi jene offene, herzliche Art, die ihn als Mensch so besonders machte und die ihn sein Leben lang begleitete. Schon als Kind war Kaspi voller Energie, stets in Bewegung und kaum zu bremen. Stilsitzen war sie seine Stärke – draußen sein, entdecken, anpacken und das Leben spüren. Die Nähe zum Bauernhof im Fuchsacher gab ihm die Möglichkeit, genau das zu tun. Zusammen mit den vielen Kindern aus der Nachbarschaft verbrachte er unzählige glückliche Stunden draußen in der Natur. Die Schulzeit gehörte nicht unbedingt zu seinen liebsten Kapiteln. Lieber als im Schulzimmer zu sitzen, nutzte er seine Zeit, um mit seinen Händen etwas zu schaffen und anderen zu helfen. Schon früh zeigte sich sein grosses handwerkliches Talent. Bereits in der Klasse 1940 er mit dem Velo allein von Altdorf nach Arth, um bei der Kirschnerente mitzuerbeiten. Wo andere sich nicht getrauten, kletterte Kaspi ohne Zögern bis auf die äusserste Sprouse und erreichte Stellen, an die sonst niemand herankam. Besonders eng war seine Freundschaft mit dem «Fuxacher Kära». Die beiden wuchsen praktisch gemeinsam auf und waren als Laububen im Dorf bekannt. Selbst als Ministranten sorgten sie noch für manche Strecke. Nach der Primar- und Sekundarschale erlernte Kaspi den Beruf des Maurers und bildete sich später zum Polier weiter. Sein handwerkliches Geschick, seine Ausdauer und seine Freude am Anpacken machten ihn auf dem Bau zu einem geschäften Kollegen. Besonders sei sie Hilfsbereitschaft und Zwerflüssigkeit wurden von allen geschätzt. Kaspi war jemand, auf dem man sich jederzeit verlassen konnte – einer, der nicht lange fragte, sondern mit einem Schmuszeln sagte: «So, immer eppä einich a.» Ein Herzenswunsch begleitete ihn schon früh: ein eppens Haus zu bauen. Diesen Traum verwirklichte es gemeinsam mit seiner grossen Liebe Alice. Mit ungläublichen Einsatz arbeitete er daran – früh am Morgen, spät am Abend nach Frenabend und an den Wochenenden. Monat der Monat, Stein für Stein, wuchs ihr gemeinsames Eigenheim. Nach drei Jahren verlor Fleiss, Geduld und Durchsäuberleuten konnten sie am Hochzeitsag, dem 30. Septem- ber 1978, mit grossem Stolz in ihr Haus an der Gitschnerstrasse in Seedorf einziehen. Im Oktober 1979 durften sie ihren ersten Sohn Martin in die Arme schliessen. Zwei Jahre später wurde Christoph geboren, und am Hochzeitstag 1983 kam Lukas zur Welt. Kaspi war ein liebevoller Mensch, nicht einer der grossen Werte, aber einer, der jederzeit bereit war, zu helfen. Seine stille, verlässliche Art prägte sein ganzes Wesen – er zeigte seine Liebe nicht durch Reden, sondern durch Taten. In der Freizeit liebte er den Sport. Wandern, Bergsteigen, Mountainken, Skitouren und Windouren. Nach einem strengen Arbeitsstag noch sich flütlich zu fahren oder sogar auf den Gitschner zu steigen, gehörte für ihn ganz selbstverständlich dazu. Die Berge waren seine grosse Leidenschaft. Namen wie Masterborn, Eiger, Mont Blanc, Weistborn, Granglockner und Grossvordinger erfüllten ihn mit Stolz. Doch am tiefsten verbunden war er mit den Urner Bergen. Gemeinsam mit seinen Freunden – vor allem aber mit Alice – erlebte er dort unzählige unvergessliche Ski- und Bergtouren. Im Dorfleben war Kaspi engagiert. In jungen Jahren war er sowohl in der Feuerwehr als auch im Turnverein aktiv. Besonders in Erinnerung blieb seine beeindruckende Wurfkraft, die er sich beim Handball angeeignet hatte. Politik hingegen war nicht sein Ding. Viel lieber half er bei Abstimmungen als Urnenwache mit, habe bei den Leuten und immer bereit, seinen Beitrag zu leisten. Über 20 Jahre hinweg verbrachte er mit seiner Familie die Sommerferien in Südfrankreich. Ein ganz besonderes Wunsch erfüllte er sich, als er die Strecke dorthin mit dem Velo über die Berge zurücklegte. Das Leben meinte es nicht immer nur leicht mit Kaspi. Schwere Verluste prägten seinen Weg – sein Bruder Edi, sein Schwager Sepp und sein Gottlieb Kurt wurden viel zu früh aus dem Leben gerissen. Trotz allem lebte Kaspi ein Mensch, der für andere da war. Seinen Eltern stand er bis ins hohe Alter liebevoll und treu zur Seite. Als stolzer Grossvater von sieben Enkelkindern – Mattes, Noemi, Mauro, Lena, Nola, Aline und Nino – war sein Rentnerleben erfüllt von grosser Freude und tiefer Dinkbarkeit. Mit 60 Jahren trat Kaspi in den Ruhestand – doch wirklich still wurde es nie. Arbeiten gehörte einfach zu ihm. Ob bei Umbauten seiner Söhne, bei Freunden oder bei anderen Projekten – Kaspi war immer beschäftigt. Und immer wieder gab er uns mit auf den Weg. «Sind glücklich, solang ist Arbet blind.» Nach zehn erfüllten Jahren als Rentner erhielt Kaspi die Diagnose Bauchspechelfarmenkrebs. In seiner besonderen Art sagte er: «Ich ba, als scheuen Lähh gha.» Mit grosser Stärke, Mut und Würde stellte er sich seiner Krankheit und blieb dabei ganz sich selbst – kämpferisch und realistisch – bis zum schon. «Als sein Körper schwacher wurde, nahm er sich bewund Zeit, sich von seinen Liebsten zu verabschieden. Am frühen Morgen des 19. Mai 2026 durfte er zu Hause in Frieden einschlafen – so, wie er es sich gewünscht hätte, bei schönsten Gitschnerwetter. Kaspi hinterlässt eine grosse Lücke – aber auch unzählige Erinnerungen. In unseren Herzen wird er immer weiterleben. Seine Spuren bleiben und werden uns stets begleiten.

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