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Lebe wohl, sagen wir dir leise, mach's gut auf deiner letzten Reise. Überall sind Spuren deines Lebens, Gedanken, Bilder, Augenblicke und Gefühle. Sie werden uns immer an dich erlassen.
Unsere Mutter (Mamä) Anna Gisler-Püntener wurde am 29. März 1932 im Bocki in Erstfeld geboren. Sie war das zweitälteste von insgesamt acht Kindern. Wie zu dieser Zeit üblich, wurden die Kinder schnell in den Alltag integriert, und alle hatten ihre Aufgaben. Mamä sagte einmal: «Wir hatten nie Geld, aber wir waren glücklich und hatten den Frieden.» Das sagt doch alles über ihr Aufwachsen im Bocki. Der ältere Bruder Josef war nach einem Holzerunfall querschnittgelähmt und verstarb bereits mit 28 Jahren. Mamä erzählte viel von ihm und darüber, wie sie im Bocki mit dieser Situation umgingen. Wegen Josef kam Doktor Nufer einige Male aufs Bocki, und durch diesen Kontakt trat Mamä nach der Schule bei ihm ihre erste Stelle als Köchin an. Eigentlich hätte sie gerne einen Beruf (Schneiderin) erlernt, aber das war damals für Mädchen noch nicht üblich. Ihre Eltern sagten jeweils: «Du heiratest ja irgendwann – dann gibt es Kinder. Deshalb ist ein Beruf überflüssig.» Somit kam die Stelle bei Doktor Nufer gelegen. Sie begann als Köchin, und bald darauf übernahm sie auf Eigeninitiative hin auch die Wäsche und schliesslich den gesamten Haushalt. Während dieser Zeit bemerkte auch der «Fändri-Sepp», dass im Nufer-Haus eine attraktive Haushälterin arbeitet und pfiff jeweils beim Vorbeifahren mit der Milch Richtung Senn Schuler nach oben. Nach und nach wurden die Pfiffe dann erhört, und es entwickelte sich eine Liebschaft. Bevor der Ehebund aber eingegangen wurde, besuchte Mamä die Bergheimatschule in Gurtnellen. Ihre Gotte hat sie dabei auch finanziell unterstützt. In Gurtnellen erlernte Mamä die wichtigen Grundlagen, um einen Landwirtschaftsbetrieb zu führen. 1953 heiratete sie den «Fändri-Sepp», und somit war das Dream-Team besiegelt. «Hanstoni-Annä» und «Fändri-Sepp» – ein unschlagbares Gespann. Von nun an waren die beiden unzertrennlich und führten erfolgreich den Betrieb in Ripshausen. 1954 kam dann Vreni auf die Welt. Es folgten Jost 1956, Peter 1961 und Bernhard 1965. Die Familie stand für Mamä nebst dem Landwirtschaftsbetrieb immer an erster Stelle und war ihr sehr wichtig. Mamä war eine unglaubliche «Chrampferin». Ihre Arbeiten führte sie immer sehr effizient durch, und sie steckte viel Kraft und Energie in den gemeinsamen Betrieb. In den Jahren 1979 bis 1995 kam dann die Eienalp in Engelberg dazu. Dädi war auf der Alp, und Mamä war die Pendlerin. Wenn Heuen angesagt war, fuhr Mamä am Morgen von Engelberg nach Ripshausen, anfänglich noch über die Fähre Beckenried–Gersau, später dann durch den Seelisbergtunnel. Am Abend wurden dann noch der Garten und die Blumen in Ordnung gebracht, und am nächsten Tag gings dann wieder zurück nach Engelberg. Den Tagesablauf schrieb Mamä minutiös in ihr Tagebuch. Da gehörten das Wetter, die Ernte, wann eine Kuh gekalbt hat, wann die Geranien vor die Fenster gestellt wurden, spezielle Erlebnisse, Ausflüge et cetera hinein. Das Tagebuch war dann im nächsten Jahr auch wieder ihr Nachschlagewerk. Grundsätzlich gab es bei Mamä nur Arbeiten, aber für uns Kinder und später dann die 14 Grosskinder und 16 Urgrosskinder hatte Mamä immer Zeit. Eine weitere Leidenschaft von ihr waren die Blumen und der Garten. Das Haus in Ripshausen war geschmückt mit verschiedenen Blütenfarben und dem grossen Garten. Irgendwann gönnte sich Mamä über die Winterzeit dann doch etwas Freizeit und begann zu malen. Das machte ihr riesig Spass, und es entstanden unzählige Landschafts- und Blumenbilder sowie bemalte Schränke, welche in vielen Zimmern an Mamä erinnern. Mamä hatte eine gute Gesundheit, und wenn sich dennoch irgendwo ein Schmerz zeigte, behielt sie das für sich. Sie war schwer im Nehmen. Irgendwann machte sich aber eine Huft bemerkbar, welche operiert werden musste. Das ist aber alles gut verlaufen. Als dann Dädi im April 2016 in den «Spannort» kam, war sie noch recht gut «zwäg». Sie wollte zu diesem Zeitpunkt auf keinen Fall auch ins Altersheim. Das war seit ihrer Hochzeit 1953 das erste Mal, dass die beiden getrennte Wege gingen. Das war nicht einfach für Mamä. Nach Dädis Tod am 29. Juni 2016 haushaltete Mamä alleine in Ripshausen. Sie kümmerte sich um den Garten, strickte Socken und Finken für Kinder und Grosskinder und war zufrieden. Sie stellte keine Ansprüche. Dann kam ein Sturz auf ihrem geliebten Balkon, bei welchem sie den Oberschenkel brach. Es kamen noch weitere Stürze dazu, und auch die Lunge, die ein ständiges Husten auslöste, machte sich bemerkbar. Das war dann der Grund, dass sie im Herbst 2020 in den «Spannort» ging. Es war sicher nicht ihr Wunsch, diesen Schritt machen zu müssen, aber sie akzeptierte es, und dank der wunderbaren Betreuung durch das «Spannort»-Team konnte sie gut Fuss fassen. Am 3. Juni 2023 hatte sie einen weiteren Sturz im Zimmer, der nochmals einen Oberschenkelbruch zur Folge hatte. Wie bereits erwähnt war Mamä eine Kämpferin und sehr hart im Nehmen. Und so kämpfte sie bis zum Schluss, sie hatte ein in jeder Beziehung unglaublich starkes Herz. In der Nacht vom 26. Juni konnte sie dann loslassen und ist eingeschlafen. Damit schliesst sich der Kreis wieder, und sie ist nun nach zehn Jahren wieder bei Dädi. – Mamä, wir werden Dich als liebe Mutter in Erinnerung behalten und versuchen, die Werte, die Du uns vermittelt hast, weiterzuführen.
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Unsere Mutter (Mamä) Anna Gisler-Püntener wurde am 29. März 1932 im Bocki in Erstfeld geboren. Sie war das zweitälteste von insgesamt acht Kindern. Wie zu dieser Zeit üblich, wurden die Kinder schnell in den Alltag integriert, und alle hatten ihre Aufgaben. Mamä sagte einmal: «Wir hatten nie Geld, aber wir waren glücklich und hatten den Frieden.» Das sagt doch alles über ihr Aufwachsen im Bocki. Der ältere Bruder Josef war nach einem Holzerunfall querschnittgelähmt und verstarb bereits mit 28 Jahren. Mamä erzählte viel von ihm und darüber, wie sie im Bocki mit dieser Situation umgingen. Wegen Josef kam Doktor Nufer einige Male aufs Bocki, und durch diesen Kontakt trat Mamä nach der Schule bei ihm ihre erste Stelle als Köchin an. Eigentlich hätte sie gerne einen Beruf (Schneiderin) erlernt, aber das war damals für Mädchen noch nicht üblich. Ihre Eltern sagten jeweils: «Du heiratest ja irgendwann – dann gibt es Kinder. Deshalb ist ein Beruf überflüssig.» Somit kam die Stelle bei Doktor Nufer gelegen. Sie begann als Köchin, und bald darauf übernahm sie auf Eigeninitiative hin auch die Wäsche und schliesslich den gesamten Haushalt. Während dieser Zeit bemerkte auch der «Fändri-Sepp», dass im Nufer-Haus eine attraktive Haushälterin arbeitet und pfiff jeweils beim Vorbeifahren mit der Milch Richtung Senn Schuler nach oben. Nach und nach wurden die Pfiffe dann erhört, und es entwickelte sich eine Liebschaft. Bevor der Ehebund aber eingegangen wurde, besuchte Mamä die Bergheimatschule in Gurtnellen. Ihre Gotte hat sie dabei auch finanziell unterstützt. In Gurtnellen erlernte Mamä die wichtigen Grundlagen, um einen Landwirtschaftsbetrieb zu führen. 1953 heiratete sie den «Fändri-Sepp», und somit war das Dream-Team besiegelt. «Hanstoni-Annä» und «Fändri-Sepp» – ein unschlagbares Gespann. 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Da gehörten das Wetter, die Ernte, wann eine Kuh gekalbt hat, wann die Geranien vor die Fenster gestellt wurden, spezielle Erlebnisse, Ausflüge et cetera hinein. Das Tagebuch war dann im nächsten Jahr auch wieder ihr Nachschlagewerk. Grundsätzlich gab es bei Mamä nur Arbeiten, aber für uns Kinder und später dann die 14 Grosskinder und 16 Urgrosskinder hatte Mamä immer Zeit. Eine weitere Leidenschaft von ihr waren die Blumen und der Garten. Das Haus in Ripshausen war geschmückt mit verschiedenen Blütenfarben und dem grossen Garten. Irgendwann gönnte sich Mamä über die Winterzeit dann doch etwas Freizeit und begann zu malen. Das machte ihr riesig Spass, und es entstanden unzählige Landschafts- und Blumenbilder sowie bemalte Schränke, welche in vielen Zimmern an Mamä erinnern. Mamä hatte eine gute Gesundheit, und wenn sich dennoch irgendwo ein Schmerz zeigte, behielt sie das für sich. Sie war schwer im Nehmen. Irgendwann machte sich aber eine Huft bemerkbar, welche operiert werden musste. Das ist aber alles gut verlaufen. Als dann Dädi im April 2016 in den «Spannort» kam, war sie noch recht gut «zwäg». Sie wollte zu diesem Zeitpunkt auf keinen Fall auch ins Altersheim. Das war seit ihrer Hochzeit 1953 das erste Mal, dass die beiden getrennte Wege gingen. Das war nicht einfach für Mamä. Nach Dädis Tod am 29. Juni 2016 haushaltete Mamä alleine in Ripshausen. Sie kümmerte sich um den Garten, strickte Socken und Finken für Kinder und Grosskinder und war zufrieden. Sie stellte keine Ansprüche. Dann kam ein Sturz auf ihrem geliebten Balkon, bei welchem sie den Oberschenkel brach. Es kamen noch weitere Stürze dazu, und auch die Lunge, die ein ständiges Husten auslöste, machte sich bemerkbar. Das war dann der Grund, dass sie im Herbst 2020 in den «Spannort» ging. Es war sicher nicht ihr Wunsch, diesen Schritt machen zu müssen, aber sie akzeptierte es, und dank der wunderbaren Betreuung durch das «Spannort»-Team konnte sie gut Fuss fassen. Am 3. Juni 2023 hatte sie einen weiteren Sturz im Zimmer, der nochmals einen Oberschenkelbruch zur Folge hatte. Wie bereits erwähnt war Mamä eine Kämpferin und sehr hart im Nehmen. Und so kämpfte sie bis zum Schluss, sie hatte ein in jeder Beziehung unglaublich starkes Herz. In der Nacht vom 26. Juni konnte sie dann loslassen und ist eingeschlafen. Damit schliesst sich der Kreis wieder, und sie ist nun nach zehn Jahren wieder bei Dädi. – Mamä, wir werden Dich als liebe Mutter in Erinnerung behalten und versuchen, die Werte, die Du uns vermittelt hast, weiterzuführen.
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